Wie RieckerRep entstand
Ich wollte nie ein eigenes Repetitorium gründen.
Eigentlich wollte ich vor allem eines: Jura so beibringen, dass man wirklich versteht, was man tut.
Denn ich kenne die andere Seite selbst.
Auch ich saß im Studium vor Lehrbüchern, Vorlesungsfolien und unzähligen Lerntipps und wusste oft nicht, welcher davon eigentlich der richtige ist.
Vieles habe ich über Trial and Error herausgefunden. Irgendwann funktioniert es – aber bis dahin verliert man unglaublich viel Zeit und zweifelt nicht selten an sich selbst.
Später habe ich vier Jahre an der Universität unterrichtet, unzählige Klausuren korrigiert und rund 80 Tutor:innen ausgebildet.
Und dabei habe ich gemerkt: Viele der Schwierigkeiten, die ich selbst erlebt hatte, waren keine individuellen Probleme. Sie wiederholten sich immer wieder.
01Es fehlt nicht an Material.
Im Jurastudium bekommt man ständig neuen Input: Vorlesungen, Lehrbücher, Folien, Skripte, Fälle, Karteikarten.
Dazu kommen unterschiedliche Dozent:innen, die dieselben Dinge auf unterschiedliche Weise erklären.
Viele hoffen deshalb, dass spätestens das Repetitorium Ordnung in all das bringt.
Doch auch dort erleben Studierende häufig dasselbe Problem in anderer Form: noch mehr Stoff, noch mehr Unterlagen, noch mehr Fälle.
Dabei blieb für mich die entscheidende Frage oft unbeantwortet:
Wie komme ich eigentlich selbst auf die Lösung?
In Veranstaltungen wird ein Fall besprochen und anschließend die Lösung erklärt. In Klausurkorrekturen steht, was nicht funktioniert hat.
Aber viel zu selten wird der Weg dazwischen vermittelt:
- 01
Wie gehe ich vor, wenn vor mir ein unbekannter Sachverhalt liegt?
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Wie aktiviere ich das richtige Wissen?
- 03
Wie erkenne ich das Problem?
- 04
Wie entwickle ich eine juristisch tragfähige Lösung, auch wenn ich genau diesen Fall noch nie gesehen habe?
Genau dort entscheidet sich für mich, ob jemand Jura wirklich verstanden hat.
02Jura ist kontrollierbarer, als viele glauben.
Jura ist ein hochkomplexes System – aber es ist ein von Menschen geschaffenes System. Und Systeme kann man verstehen.
Mich begeistert der Moment, in dem aus einzelnen Regeln plötzlich Zusammenhänge werden.
Wenn jemand nicht mehr nur weiß, dass etwas so ist, sondern versteht, warum. Und dadurch beginnt, selbst juristisch zu denken.
Denn im Examen kann niemand garantieren, dass genau die Probleme drankommen, die man vorher gelernt hat.
Was man aber lernen kann, ist, mit unbekannten Problemen umzugehen.
Und wenn man weiß, dass man auch vor einem neuen Sachverhalt nicht vollkommen hilflos ist, verändert das die Examensvorbereitung fundamental.
Mein Ziel ist deshalb nicht, Studierenden möglichst viel Wissen mitzugeben.
Mein Ziel ist, ihnen ein System zu geben, mit dem sie wissen, was sie lernen müssen, wie sie es abrufbar machen und was sie damit in der Klausur tun.
03Irgendwann wollte ich nicht mehr auf Veränderung warten.
Je länger ich unterrichtet habe, desto stärker wurde mein Eindruck, dass wir juristische Lehre grundlegend anders denken können.
Mit klareren Strukturen. Mit besseren Feedbackschleifen. Mit modernen digitalen Möglichkeiten. Und vor allem mit einem stärkeren Fokus auf die Kompetenzen, die man am Ende tatsächlich braucht.
2024 wurde meine universitäre Lehre mit einem Lehrpreis für innovative Lehre ausgezeichnet.
Vor allem aber war es das Feedback meiner Studierenden, das mich irgendwann vor eine Frage gestellt hat:
Belasse ich es dabei – oder versuche ich, daraus etwas Größeres zu machen?
Ein eigenes Repetitorium zu gründen war dabei nicht der naheliegende Weg. Es war der riskantere.
Aber irgendwann wusste ich, dass ich es mir schwerer verzeihen würde, es nicht wenigstens versucht zu haben.
So ist RieckerRep entstanden.
Nicht, weil die Welt noch mehr Jura-Unterlagen braucht. Sondern weil ich zeigen möchte, dass juristische Ausbildung anders funktionieren kann.
04Warum mir das so wichtig ist
Jurist:innen tragen später enorme Verantwortung.
Sie entscheiden über Freiheit und Eigentum, über Unternehmen, Familien, berufliche Existenzen und Lebenswege.
Bei anderen Berufen, die eine solche Verantwortung tragen, erscheint es uns selbstverständlich, hohe Anforderungen an die Ausbildung zu stellen.
Das sollte bei Jurist:innen nicht anders sein.
Deshalb ist gute juristische Lehre für mich mehr als Examensvorbereitung.
Sie ist auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die später mit dem Recht arbeiten – und gegenüber einem Rechtsstaat, der auf gut ausgebildete Jurist:innen angewiesen ist.
Ich möchte nicht darauf warten, dass irgendwann jemand die perfekte Reform der Juristenausbildung beschließt.
